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Flaurling und Schlehdorf
Einst eine Zwangsverbindung, heute eine rege Partnerschaft

Kloster Schlehdorf gehört zu den wenigen frühen Klöstern, dessen Gründungsurkunde vollständig erhalten ist. Darin ist nachzulesen, dass Reginpert, ein Angehöriger des Adelsgeschlechts der Huosi, im Jahre 763 im Wald bei Scharnitz das Kloster St. Peter gründete. Wohlgemerkt geschah dies im Einverständnis mit Tassilo III. dem bekanntesten Bayernherzog. Bald danach, schon 772, wurde die Neugründung mit allen ihr zuerkannten Rechten nach Schlehdorf verlegt. Reginpert, und weitere Familienangehörige, vermachten dem Kloster eine Reihe von Besitzungen. Im Originaltext heißt es dazu: Der uneingeschränkte Besitz ist durch einen Kontrakt garantiert: Besonders mein Anteil am Wallgau, die genannten Hofmarken Polling und Flaurling, mein Anteil am Städtchen Imst …“. Damit wurde 763 der Grundstein für die Verbindung zwischen Schlehdorf und der Tiroler Gemeinde Flaurling gelegt. Diese Zuordnung Flaurlings an Kloster Schlehdorf hat offensichtlich lange überdauert, denn die letzten Nachweise ergaben, dass auch noch die Augustiner Chorherren nach 1140 über diesen Besitz verfügen konnten.

2013 waren es dann genau 1250 Jahre, dass Schlehdorf erstmals namentlich in einer Urkunde auftauchte. Beim Studium der Gründungsurkunde wurde klar, dass nicht nur Schlehdorf, sondern auch alle anderen in der Urkunde genannten Orte ein Jubiläum feiern konnten. Die Gemeinde Schlehdorf streckte ihre Fühler aus und stieß in der Gemeinde Flaurling, heute einer etwa gleich großen Tiroler Gemeinde jenseits des Inntales, auf offene Ohren und Herzen. Mit dem ehemaligen Zwangspartner aus der Tassilozeit bahnte sich bald ein fruchtbarer und interessanter Kulturaustausch an. Schließlich war es dann im Blick auf die gemeinsame Vergangenheit und der inzwischen neu entstandenen Freundschaft nur eine logische Folgerung, dass Flaurling und Schlehdorf eine Partnerschaft eingehen. Diese Partnerschaft wurde am 19. September 2015 von beiden Gemeinden unterzeichnet.

Text: Sr. Josefa Thusbaß, Ökonomin, Missions-Dominikanerinnen St. Immaculata Schlehdorf